Ein häufiger Grund für Flugangst: Angst vor dem Tod

Flugangst und Todesangst können verschwägert sein

IMG_7599Das klingt so banal, dabei ist es das gar nicht.
Weil das darunter liegende Problem ist mehrschichtig.

Es ist offensichtlich, dass unsere Gesellschaft, also wir, vermeiden über den Tod nachzudenken, zu sprechen oder ihn gar zu akzeptieren. Der Haken an dieser Haltung ist jedoch, dass der Tod wirklich das einzige ist, was im Leben sicher kommt.
Flugangst ist daher eine gern genommene Alternative, an der Menschen ihre Angst vor dem Tod festmachen. Sie nutzen die Flugangst quasi als „Ersatzangst“, die gar nicht so richtig passt.
Weil wenn jemand wirklich sterben will oder konkret vor etwas Angst haben will, das Tod bedeutet, dann ist ein Flug im Flugzeug der denkbar schlechteste Weg. Weil die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert so gering ist. Viele sagen dann: aber wenn etwas passiert, ist es wirklich aus. Wollen Sie die Wahrheit wissen? Das kann Ihnen niemand versprechen, weil Piloten in vielen Situation selbst bei Ausfall der Turbinen noch so landen können, dass sogar alle Fluggäste überleben.

Lassen Sie uns mal ganz konkret werden: in wie vielen Situationen könnte Ihnen täglich der Tod begegnen? Am unsichersten ist es Zuhause, weil dort sterben die meisten Menschen. Und in dem Moment, in dem Sie aus der Tür treten, könnte der berühmte Dachziegel vom Dach fallen. Danach steigen Sie vielleicht in Ihr Auto und fahren womöglich auf die Autobahn: hier steigt die Todesgefahr sprunghaft an. Aber das ist einfach ein Aspekt unseres modernen Lebens. So gut wie niemand denkt darüber nach und das ist auch gut so.
Sollten Sie auf dem Weg zum Flughafen sein, um eine Flugreise anzutreten, dann können Sie sich also entspannen, sobald Sie im Flughafengebäude sind. Und ganz besonders, sobald Sie im Flugzeug sitzen. Dann haben Sie einen der sichersten Orte erreicht!

Also wie ist das mit dem Tod? Die Wahrscheinlichkeit beträgt 100%. Das ist mal sicher. Dann ist die nächste Frage, was denken Sie, was danach passiert? Gleichgültig wann und wie Sie sterben, die Frage ist..was dann?
IMG_0945Ich habe das Glück, dass ich schon immer für mich das unerschütterliche Wissen hatte, dass dieses Leben nur ein Abschnitt von vielen Abschnitten ist. Die christlichen Kirchen sind sich auch sicher, allerdings geben sie nicht so viele Informationen darüber, was genau danach passieren wird.
Aus meinen Asienaufenthalten weiß ich, dass das Thema Tod in Asien anders betrachtet wird und die Menschen viel mehr darüber wissen als wir in Deutschland. Durch das Leben mit dem gelassenen Blick auf den Tod, weil ohnehin unvermeidlich, leben die Menschen so viel entspannter.

Und die zweite Frage ist: Warten Sie auf ein besseres Leben oder eine bessere Zeit und wären dann zutiefst traurig zu sterben ohne wirklich gelebt zu haben?
Meiner Beobachtung nach haben Menschen, die auf ein besseres Leben warten, tendenziell mehr Flugangst als andere Menschen. Sie nehmen den Flug einfach als Synonym für Sterben und leben dann die Angst aus, die sie ohnehin vor dem Tod haben. Diese Flugängstlichen leben ihr Leben oft gar nicht wirklich, sondern wollen bestmöglich den Anforderungen des Chefs in der Firma, den Vorstellungen der Ehefrau/des Ehemanns, der Eltern usw. genügen.
Je mehr diese Menschen auf ihren eigenen Pfad kommen, desto weniger Flugangst werden sie in sich entstehen lassen.

Ich gebe auf Bali Seminare zum Finden und Umsetzen der Berufung. Genau aus diesem Grund: weil Menschen dann anfangen das Leben zu leben, das ihre Persönlichkeit ausdrückt, wenn sie lernen, auf sich selbst zu hören, sich selbst zu sehen, zu fühlen und vor allem sich selbst ernst zu nehmen.

2 Gedanken zu „Ein häufiger Grund für Flugangst: Angst vor dem Tod

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